Supermarine Spitfire HF Mk VIIIc  

Serial 6S/583793 - D-FEUR (G-BKMI)

 

Spitfire G-BKMI 05-04-10 50

 

Historischer Abriss über die Supermarine Spitfire Mk VIII

Die Geschichte dieser Spitfire ist sehr interessant, es lohnt sich also darauf einzugehen.

Gebaut wurde diese Spitfire in der „Supermarine´s Southampton Factory“ im Jahr 1944.
Das Flugzeug wurde im September 1944 an die Royal Air Force  ausgeliefert und mit der taktischen Kennung MV154 der 6MU zugeordnet.

Dieser „ferry flight“ von Southampton nach Brise Norton wurde von der damals 19 jährigen Mary Ellis (Wilkens), einem ATA-girl ("Air Transport Auxillary pilots“) durchgeführt. Diese junge Dame hatte übrigens ratings für 72 unterschiedliche Flugzeugtypen. Diese „ATA-girls“ vollbrachten nahezu übermenschliche Flugleistungen mit der Überführung von Flugzeugen an die airbases. Sie flogen unbewaffnet, mit schlechtem Kartenmaterial und wurden dennoch nicht als richtige Piloten akzeptiert. Über diese Frauen gibt es übrigens eine wunderbare Fernsehdokumentation. Um die Kurve zurück zu bekommen, besagte Mary Wilkens hat 1993 auf der rechten Seite im Cockpit ihre Unterschrift hinterlassen. Ein wundervolles Zeitzeugnis von einer beachtlichen Frau. Es sind eben die kleinen Details die ein Flugzeug einzigartig machen.

Supermarine Spitfire MKVIIIc D-FEUR - MeierMotors

Das Jagdflugzeug wurde in Brise Norton getestet und sollte auf dem europäischen Kriegsschauplatz eingesetzt werden. Dem kam das nahe Kriegsende aber zuvor. Also hat man das Flugzeug demontiert und nach Australien gesandt. Australien befand sich noch im Kriegszustand mit Japan. Am 9.Dezember 1944 wurde das Flugzeug unter der taktischen Kennung A58-671 bei der RAAF eingegliedert. Wie das Schicksal so spielt, wurde aber der Jäger auch in Australien nie eingesetzt und bereits 1948 mit knapp 3 Stunden auf der Fluguhr wieder aus den Registern gestrichen. Diese knapp 3 Stunden entstanden während der Testphase in England. Das Flugzeug war dann zwischen 1944 und 1949 auf der RAAF base in Richmond eingelagert.

Der erste zivile Eigner wurde 1949 das „Sydney Technical College“ in Ultimo. Dort verblieb das Flugzeug bis 1961. Angeblich wurde das Flugzeug von der RAAF für 25 Pounds verkauft. Leider hat der zivile Eigentümer es nie geschafft für dieses Flugzeug eine Fluglizenz zu erhalten. 1961 wurde das Flugzeug dann an Squadron Leader  Anthony J.R. „Titus“ Oates in Sidney als Restaurierungsobjekt verkauft, welcher diese Rarität 1963 aber an Sid Marshall in Bankstown weitergab. Dort verblieb das Flugzeug bis 1975. Der nächste Eigentümer war von 1975-77 Jack P. Davidson und von 1977-79 Brian A. Simpson.    

Der nächste Eigentümer war Robs J. Lamplough in Duxford/England. Er hörte vom dem Flugzeug und handelte einen Kaufpreis aus. Nur waren seinerzeit Geldtransfers in gewissen Höhen nach Australien untersagt. Lamplough war aber ein sehr bekannter Sammler von historischen Rennautos, also lag ein Tauschgeschäft nahe. Folgt man den Erzählungen, dann tauschte Lamplough die Spitfire gegen 7 Lotus Rennwagen, wobei 2 davon die legendären JPS-Lotus waren. Die Rennwagen wurden versandt und im Gegenzug kam die Spitfire am 18.September 1979 auf dem Schiffsweg wieder zurück in ihr Geburtsland.

John Hard of Charfield wurde zum Projektmanager für die Restauration ernannt. John Hard arbeitete seinerzeit bei Rolls Royce und betrieb Flugzeugrestaurationen hobbymäßig. Die Schwierigkeit war also nicht die „manpower“ sondern eher das „wo“. Es sollte "im Geheimen" restauriert werden, ohne Neugierige anzulocken. Das Flugzeug war selten, die Teile sehr rar. Es bestand also auch die Gefahr eines Diebstahls von Teilen. So wurde das Flugzeug auf einer RAF base bis 1983 zwischengelagert und danach zum Restaurierungsort, eine alte Knochenmühle in Charfield (Gloucester), verbracht.  Die Maschine war mittlerweile auch als G-BKMI registriert, eben Robs J. Lamplough´s „The Air Museum North Weald Ltd.“ der Eigentümer. Das Flugzeug wurde über 11 Jahre hinweg mit tausenden von Mannstunden aufwändig restauriert (alleine der Flügel soll über 40.000 Mannstunden verschlungen haben). Da die alte Mühle für den Zusammenbau der Spitfire zu klein war wurden die Teile nach Filton verlastet und dort zusammengebaut.

Am 28 Mai 1994 hob die Spitfire zu ihrem zweiten Erstflug wieder von britischem Boden ab.

Das Flugzeug hat übrigens auch eine cineastische Karriere hinter sich. Im Film „Pearl Harbour“ wurde diese Spitfire mit der Kennung „RF T“ in braun grünem Tarnschema für die Szenen auf dem englischen Flugplatz geflogen. 2001 erhielt die Spitfire die heutige Lackierung mit den Kennungen ZX M und MT928. 

Im Jahr 2010 wurde dieses Flugzeug dann bekanntermaßen an MaxAlpha Aviation verkauft und wie erwähnt am 06.April 2010 in Empfang genommen. So schliesst sich der Kreis um ein höchst interessantes und seltenes Flugzeug mit viel Geschichte und Geschichten.

Supermarine Spitfire MKVIIIc D-FEUR - MeierMotors