F4U5 serial 121974 Wonsan 2 11 1950 1

 

 

 

Obwohl bereits 1945 der Trend zu düsengetriebenen Flugzeugen führte, entschied die US Navy weiterhin zu Gunsten der Propellerflugzeuge, genauer zu Gunsten der Grumman F8F Bearcat und der Chance Vought Corsair. Diese beiden Flugzeugmuster waren fronterfahren und wurden fortan als „first-line-fighters“ genutzt. Die USN wollte damit vermeiden, dass Jets zu früh in deren Entwicklungsphase auf die Träger kamen.

Die F4U-5 wurde aus der F4U-4 entwickelt (Prototyp XF4U-5). Am 6.Februar 1946 wurde der Bauauftrag durch die Navy erteilt. Die F4U-5 wurde als Höhenjäger (High-altitude-fighter) konzipiert, die Einsatzhöhe auf 45.000 Fuss bestimmt. Dafür erhielt die Corsair den neuen Pratt&Whitney R-2800-32W mit rund 2.300 PS. Dank der Lader (supercharger) war dieses Aggregat höhentauglicher als der Motor aus der F4U-4, entwickelte also mehr Leistung in größerer Höhe, flog mit 470mp/h in 9.000 Meter Höhe schneller als der Vorgänger und hatte auch eine wesentlich verbesserte Steigrate. Die F4U-5 konnte mit beeindruckenden 3.800feet/Minute steigen.

Als weitere Verbesserungen wurde die Klappenstellungen der diversen Kühler automatisiert, also kein manuelles Kühlerklappenöffnen mehr nötig, auch wurde das Cockpit umgebaut, respektive den technischen Möglichkeiten angepasst. Die Kanonenanlage und das Staurohr waren nun elektrisch beheizt, Vereisungen damit Vergangenheit. Am augenfälligsten wurde aber der Unterschied zum Vorgängermodell durch die neue Motorhaube.

Um die Lader unterzubringen waren nun Ausbuchtungen auf der 4Uhr- und 8Uhr-Position, sowie Lufteinläufe ebenda. Auch wurde der Motorsturz zwecks besserer Flugeigenschaften um +2 Grad erhöht (also Nase nach unten). Neu waren auch die blechbeplankten Aussenflügel. Dieses Novum brachte eine spürbare Verbesserung des Luftwiderstandes. Um dem Piloten das Handwerk zu erleichtern wurden die Ruderkräfte um ca. 40% reduziert.  

1946 wurde das erste Baulos 223 Flugzeugen aufgelegt. Im Rahmen dieser Produktion kam es vermehrt zu Umbauten als Nachtjäger F4U-5N. Die Navy erkannte, dass es auch sinnvoll ist über Nachtjäger, respektive Schlechtwetterkampfflugzeuge zu verfügen. Diese veränderte Einstellung floss sofort in die Fertigung ein. Das Radom war am rechten Aussenflügel montiert, die Identifikation der Baureihe F4U-5N sodann sehr einfach. Als Unterart wurde zur F4U5-N noch die F4U-5NL aufgelegt. Diese „winterized version“ verfügte über umfangreiche Enteisungsanlagen. Die Baureihe F4U-5P war die Aufklärungsvariante, das “P” steht also für “Photo”.

So interessant der Einsatzzweck „Höhenjäger“ war, so wenig wurde die Maschine dafür letztlich eingesetzt. Dass es die richtige Entscheidung war die Corsair weiter zu betreiben, ergab sich als der Korea-Krieg entbrannte. Die Jets waren für Bodenangriffe viel zu schnell und nicht wendig genug. Die Corsair aber konnte 5.000 pounds Aussenlasten mitführen (das sind 64% mehr als ein North American B-25 „Mitchell“ Bomber tragen konnte) war in Bodennähe sehr schnell und trotzdem wendig. Sodann wurde die F4U-5 reaktiviert und vor allem in sog. „low level attacks“ und „ground support missions“ eingesetzt. Einen „Job“ den später die Douglas Skyraider in Vietnam übernehmen sollte. 

Technische Daten der Baureihe F4U-5 

  • Spannweite ca. 12,5 Meter
  • Länge  ca. 10,2 Meter
  • Höhe ca. 4,5 Meter
  • Leergewicht ca. 4.390 Kg
  • Max.Gewicht ca. 6.620 Kg
  • Motor Pratt&Whitney R-2800-32W (luftgekühlter 18 Zylinder Doppelstern)
  • Leistung ca. 2.300 PS
  • Maximum speed 755 km/h (Bodennähe)
  • Reisegeschwindigkeit ca. 370 km/h
  • Reichweite bei Reisegeschwindigkeit 1.800 km
  • Dienstgipfelhöhe  12.600 Meter (41.000 ft)